Freitag, 29. September 2017

Ein erstes Mal

Das erste Mal ist etwas besonderes.

Die Große ist flink im Krabbeln. So schnell kann man gar nicht gucken. Eben noch im Laufstall. Die nächste Sekunden war sie raus. Auf dem schwarzen Teppich. Sie krabbelt in Richtung dem Couchtisch. Sie verharrt. Schaut. Legt die die Hande auf den Tisch und zieht sich halb hoch. Da sitzt sie. Auf den Knien. Die kleinen Ärmchen liegen auf dem Tisch. Sie hält sich fest. Brabbelt vor sich hin. Seuzt zufrieden über das Erreichte.

Ich gebe derweil acht, dass sie nicht nach hinten umkippt.

Was passiert?

Sie kippt zur Seite.

Der kleine Körper ist noch zu instabil um sich aufrecht zu halten. Langsam kommt sie ins Rutschen. Ich kann sie nicht greifen. Es ist zu spät. Das Kind macht eine kleine Drehung. Fällt auf den Rücken. Bumm. Das Geräusch des Kopfes der in den flauschigen Teppich aufschlägt. Ich stehe bereits. Ich schaue die Große an. Die Große schaut mich an.

Dann geht es los.

Das Gesicht verzieht sich. Die Augen gehen weit auf. Sie fängt an zu weinen. Nicht dieses Weinen, wenn sie sauer ist. Es ist dieses ´es ist etwas passiert Weinen´. Ich beuge mich vor. Hebe sie hoch. Nehme sie auf den Arm. Drücke sie an mich. Sie klammert wie ein kleines Äffchen an mich. Die kleine Hände greifen in mein Shirt. Als würde sie in mich hinein kriechen. Sie weint. Er laut. Dann leiser. Dann dieses tränendurchweichte Schluchzen. Gepaart mit dem nach Luft schnappen.

Und ich da stehe ich. Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich eine meiner Töchter trösten. Trösten wie es sich für einen Vater gehört. Trösten ist der Väter Pflicht. Und nichts und niemand in diesem Leben hat mich jemals auf diese Situation vorbereitet.

Die Tochter auf dem Arm. Voller Selbstzweifel. Mache ich das richtig? Tröste ich, wie es sich gehört?

Es wird bestimmt das erste Mal von vielen sein. Unzählige Male werde ich noch eine meiner Töchter trösten müssen in ihrem Leben. Besser ich gewöhne mich daran.

Innerhalb von Sekunden wird man als Spättupertierender erwachsen.

Kommentare:

  1. Also, was gibt es schöneres, als für jemanden da zu sein, wenn er Trost braucht. Und suchen Sie bitte nicht nach dem "wie es sich gehört", machen Sie es, wie Sie es für richtig halten. Dann passt es auch.

    Dieses väterliche Da-Sein und Trösten hört nach meiner fast dreißigjährigen Erfahrung eigentlich nie auf. Wichtig und auch eine wunderbares Geschenk.

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    1. Wie, das hört nie auf, Herr Blogspargel? Ach nö...

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  2. Hallo Herr MiM, ich will die Kleine jetzt auch mal trösten. Eine wunderschöne Zeit mit ihren Kindern wünscht Frau A. Danke für´s Zurückerinnern. Es ist und bleibt eine tolle Zeit.

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  3. Das machen Sie schon richtig, Oh ja, getröstet werden muss oft. Die Twins sind ja nun bald 8, sie hört nicht auf, die Trösterei. Jetzt fallen sie halt nicht mehr um, jetzt stürzen sie gewaltig mit Rad, Skateboard,...und auch wenn sie schon 'groß' sind, wenn sie in den Arm genommen werden is es gleich besser :) . Ach ja- gewöhnen sie sich an Beulen, blaue Flecken, .. an den Mädels. Es kommt bald das Alter bei eich im Haus, in dem ich mich fast nicht vor die Tür getraut hab, so ausgeschaut haben die vom Umfallen, sich Gegenstände auf den Kopf werfen,...
    Schönes Wochenende, die Frau B.

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    1. Das klingt jetzt alles nicht sonderlich motivierend, Frau B.

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  4. hochnehmen, körperkontakt, liebevoll, dasein...alles instinktiv richtig gemacht herr mim.

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  5. Oh, Sie werden noch oft trösten müssen, dreifach sogar ;)

    Und lassen Sie sich bloß nicht einreden, dass man nicht auf Wunden pusten darf! Wir haben es alle überlebt und der Schmerz war danach nicht mehr so schlimm.

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    1. Ich notiere, Frau Tatjana, "Pusten ganz wichtig".

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  6. Sie machen das sehr gut Herr MiM. Sie können froh sein erst in diesem Alter mit solchen Anforderungen konfrontiert zu werden.
    20 Jahre vorher hätten Sie sich diese Gedanken nicht gemacht. ;-)

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    1. Stimmt, da muss ich Ihnen zustimmen, Herr Wirrkopf. Früher hätte ich es wirklich nicht getan.

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  7. Meine Nachbarn haben vor einer Woche Zwillinge bekommen. Einen Hund haben sie auch.
    Gestern komme ich spät nach Hause, so gegen 20:30 Uhr, begegnet er mir mit einem Zwilling auf dem Arm und dem Hund zum Gassi gehen.
    Sag ich, gib mir mal das Baby, geh du mal mit dem Hund in Ruhe spazieren. Ich in meine Wohnung mit diesem winzigen kleinem Ding, es fängt an zu fiepen, das weinen wird immer lauter und da ich natürlich restlos entspannt bin, lass ich es einfach weinen und versuche eine Position zu finden, in der sich das Baby wohler fühlt. Nach ein paar Minuten hört es auf zu weinen und schläft ein. Ich bleibe ganz still sitzen, höre das leise Geschnorchel an meinem Ohr und könnte für den Rest meines Lebens so sitzen bleiben.

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    1. Ja, die Momente haben etwas. Ich kenne das, Frau Annika.

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  8. Hach ... ja, doch. Ich hab zwar keine Kinder, bin aber eine Tocher. Deswegen: Ja. Alles richtig.

    Alles Liebe
    Frau nima

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  9. Glauben Sie mit Herr MiM ... es gibt Aliens .... Ich habe derer zwei .... Da kommmt noch was :-)

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  10. Danke fürs teilen und etwas mehr...

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