Dienstag, 24. Januar 2017

Reisen mit Kim Jong-un (II)

Es kommt... immer anders als man denkt.

Aus dem Reisen mit Kim Jong-un wird ein Reisen ohne Kim Jong-un.

Kim Jong-un ist krank. Mandelentzündung. Grinsekatze, seine persönliche Assistenz, hat es verkündet.

Also fliege ich alleine. Nur mit Dr. Meisterprüfer.

Showlaufen. Ein Flug. Ein Besuch. Vollkommen ohne Mehrwert. Ein Raum voller Wirtschaftsprüfer. Die nichts anderes machen als einen Bericht vorzulesen. Präsent sein. Dann wieder in den Flieger und zurück nach Hause.

Zum Ruhme des großen Supreme Leaders. Bringer of light and wisdom. The lighthouse in the dark of unknowingness.

Ich fühle mich um unterhaltsamen Blog Content beraubt.

Montag, 23. Januar 2017

Das HR Küken

Der Tag beginnt im Allgemeinen merkwürdig. Ich betrete das Büro, zehn vor neun. Lege meine Tasche auf den Tisch und hänge den Mantel in den Schrank.

- "Du hast gerade die Vorstellungsrunde verpasst", sagt mein Kollege. Er grinst über den Bildschirm hinweg.

- "Was für eine Vorstellungsrunde?" Ich bin irritiert.

- "Das HR Sternchen hat eine Unterstützung bekommen und stellt sie jetzt überall vor."

- "Aha... das ist schlau. Weil kurz vor neun wirklich ALLE immer schon hier sind!", erwidere ich und bemühe mich um etwas Ironie. In der oberen Etage des Elfenbeinturms geht es mit den Arbeitszeiten lockerer zu und in der Regel macht es keinen Sinn vor 9 Uhr überhaupt nach Ansprechpartnern zu suchen.

Ich schalte den Rechner ein. Hole mir einen Espresso. Lasse die Dinge erst einmal laufen.

Eine Stunde später. Das HR Sternchen steht in der Tür. Neben ihr eine junge Frau. Schwarze Haare. Leichte locken. Die Haare reichen nicht ganz bis zur Schulter. Schwarze Brille. Dunkler Hosenanzug. Zahnpastalächeln. Bestimmt noch keine 30 Jahre alt. Mitte 20. Wenn überhaupt. Später behaupte ich gegenüber meinen Kollegen, dass sie noch diese Weiße, das Unschuldige im Auge hat. Spontan vergebe ich einen Namen. Das Küken.

- "Dies sind die Herren vom Controlling", sagt das HR Sternchen und zeigt in die Runde. Ich stehe auf, durchquere den Raum, strecke die Hand aus und begrüße das Küken.

- "Willkommen an Bord. Viel Erfolg", sage ich.

Das Küken streckt sich weit nach vorne. Beugt sich dabei halb über. Nimmt meine Hand und schüttelt sie leicht. Eine Unsicherheit die man riechen kann.

- "Ich bin das Küken", stellt sie sich vor.

Ich lächel sie an und denke mir innerlich nur, was das für eine Scheiße hier wieder ist.

- "Und... welches sind Ihre zukünftigen Aufgaben hier?", frage ich.

Das Küken will etwas sagen. Kommt aber nicht dazu. Das HR Sternchen antwortet für sie.

- "Sie wird mich unterstützen."

- "Na dann... wie gesagt. Viel Erfolg."

Das HR Sternchen und das Küken verlassen den Raum.

Ich wende mich meinem Kollegen zu.

- "Das HR Sternchen antwortet antwortet für das Küken. Finde ich schon ganz schön frech."

Mein Kollege grinst und zuckt etwas mit der Schulter.

- "Und weist Du, was ich noch auffallend finde?", führe ich fort. "Es ist ungewöhnlich, wenn Leute an einem 23. des Monats einen Job beginnen. In der Regel fangen die immer zum 01. an. Es sei denn Du bist bereits vorher verfügbar gewesen."

- "Anderes Thema....", grätscht mein Kollege dazwischen. "Der Russe will sich zum Lunch im Golf Club mit uns Treffen. Ohne die Anderen hier. Explizit Dich, mich und das Zahlenfrettchen. Dabei?"

- "Dabei!"

Das Gefühlsleben der rheinländischen Bäckereifachverkäuferin an einem Montagmorgen um 8:42 Uhr

Stören Sie einmal eine rheinländische Backereifachverkäuferin am frühen Morgen in ihrer Raucherpause.

Wenn Sie es bis dahin noch keine Vorstellung hatten, erfahren Sie was es wirklich heißt, wenn jemand schlechte Laune hat.

Samstag, 21. Januar 2017

Nine of week

Einen Old Fashioned Rum gemacht. Kannte ich noch nicht, war aber gut. Und mal wieder selbstgemachtes Popcorn. Chili & Salt. Und der Klassiker... Cuba Libre. Die letzte Küchenanschaffung produziert grandios gute Fries. Nebenbei kann man mit dem neuen Küchengerät schottische Klassiker herstellen. Deep Fried Mars Bar. Hatte ich zuletzt damals in Glasgow.

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Hüftsteak für ein Steaksandwich medium rare gebraten und es war perfekt. Aus Langeweile im Büro mit den Gummibären aus dem Marketing Sauereien nachgestellt. Seit ewigen Zeiten mal wieder einen Stapel Burger von Burger King nach Hause geholt. Danach brauchte ich erst einmal einen Whisky. Zum Verdauen. Aus medizinischen Gründen.

Freitag, 20. Januar 2017

Reisen mit Kim Jong-un

Wir gehen auf Reisen. Nächste Woche. Geschäftsreise. Jahresabschluss. Also reise ich zusammen, mit dem Supreme Leader und einem Wirtschaftsprüfer einer weltweit agierenden Prüfungsgesellschaften durch die Lande.

Die neue persönliche Assistentin des großen Führers bucht die Flüge. Sie bucht ein Hotel. Sie ist funktional. Ich bekomme die Reservierung. Schöne große Zimmer. Sie bucht ein Hotel, dass einen Steinwurf von unserer dortigen Gesellschaft entfernt ist. Direkt dran. Kurze Wege. Man fällt aus dem Bett und liegt praktisch bei dortigen CFO im Büro. Das mag ich. Ich bin ein ganz großer Freund des Praktischen.

Heute steht seine persönliche Assistenz vor meinem Schreibtisch.

- "Ich habe die Hotelbuchungen noch einmal korrigiert. Ich habe das Hotel storniert und ein Anderes gebucht. Das liegt besser. Sie werden dann morgens mit dem Taxi abgeholt."

Dachte ich mir schon.

- "Na, dann schicken Sie mir doch bitte die Hotelreservierung", sage ich.

- "Wieso? Kim Jong-un hat doch die Unterlagen. Das reicht doch."

Der Moment wo ich sofort sehr hellhörig werde.

- "Ganz einfach. Weil ich gerne wissen möchte, wo ich übernachte. Ich die Reservierung haben will, falls Kim Jong-un vom LKW überfahren wird. Und weil in der Zeit, in der Sie hier stehen, mir einfach schon längst die Email einfach mit dem Hinweis auf die Hoteländerung hätten weiterleiten können", sage ich und schaue sie an. Und ich sehe, dass es ihr unangenehm ist.

10 Minuten später bekomme ich die Reservierung.

Das Hotel ist mitten in der Innenstadt. Das habe ich erwartet. Der Supreme Leader geht gerne Abends ein Bier trinken. Und er möchte sich gegenüber dem Dr. Meisterprüfer mit einem guten Restaurant profilieren.

Viel schöner ist die Zimmerzusammenstellung. Herr Dr. Meisterprüfer und Herr MiM... Einzelzimmer. Was interessant ist, da es wirklich wohl ein Hotel ist, in dem es noch kleinere Einzelzimmer gibt. Der Supreme Leader Kim Jong-un, ein Doppelzimmer. Vor allem weil keine weitere Person mitfliegt.

Da wollte wieder jemand verhindern, dass das jemand mitbekommt, dass der große Führer sich wieder eine extra Wurst gebraten hat. Ich muss schmunzeln. Im letzten Jahr hatte die Sekretärin des Big Big Boss seine Pläne erfolgreich durchkreuzt. Und, weil es mir egal ist. Ich brauche ein Bett. Ein Bier oder ein Wein am Abend und etwas zu essen. Und dank WLAN gibt es auch nicht mehr die peinlichen Fragen am Morgen nach einer extra Rechnung für den Pornokanal im Hotel.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Hoheitliche Hinterlassenschaften von Kim Jong-un

Der Supreme Leader hat beschlossen, dass er näher an dem Managementboard sitzen möchte. Aus diesem Grund musste das Rechnungswesen das große Mehrpersonenbüro verlassen und geschlossen in das Büro von Kim-Jong-un um- und einziehen.

Der hingegen ist nun den großen Raum des Rechnungswesen gezogen. Inkl. neuer Möbel, wie es sich für einen Supreme Leader gehört.

Nun sitzt eine Person in einem sehr großen Raum für vier Personen. Dafür aber 4 Personen in einen Raum, der wesentlich kleiner ist als der Vorherige, für 2 Personen.

Fachlich könnte man zweifelnd den Finger heben.

Machtpolitisch vielleicht ein guter Schachzug.

Als Blog Content... nahezu unersetzbar.

Der große Kim Jong-un hat die Eigenschaft seine Wände, die Schränke und Pin-Tafeln mit Diagrammen und Folien zu bestücken. Wichtig ist das nicht. Denn dort hangen Ergebnisberichte von Monatsabschlüssen, die schon 3 Jahre zurück lagen. Aber es sieht wichtig aus. Also macht er das. berichte überall dort wo noch kein Bild der Frau oder des Sohnes von Kim Jong-un hing. Der Supreme Leader will beeindrucken. 

Als ich in dem Büro stand und mit dem Zahlenfrettchen sprach, bemerkte ich an den Schränken Reste von Papier. 

- "Der hat doch nicht etwa.....?", stotterte ich vor mich hin und zeigte auf den Schrank. Ich war mehr als irritiert.

- "Doch... MiM", sagte das Zahlenfrettchen. "Er hat seine Berichte mit Alleskleber an die Schränke und Wände geklebt."

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Das glaubt einem ja sonst niemand…

Dienstag, 17. Januar 2017

Das gesellschaftliche Miteinander im Allgemeinen

Wenn alles nur eine aufgesetzte Show ist...

... warum nicht einfach mitspielen, die beste Darbietung abliefern, unter Applaus die Bühne verlassen und ein paar Groupies vögeln?